formgiving,  pyII,  pyIII,  Writing

365 days of Writing – The Stats

Do not go where the path may lead. Do go where there is no path and leave a trail.

Ralph Waldo Emerson

Nicht immer mag das Schreiben eine Freude sein, aber in Summe ist der Beitrag weitaus größer denn die einzelnen Bausteine. Und so ist es erforderlich niemals müde zu werden, sondern kontinuierlich weiter den Stein gen Gipfel zu wälzen. In Zeiten von künstlicher Intelligenz und automatischen Generierungen von Texten sind individuelle Erlebnisse, authentische Berichte mit Gänsehautmomenten und Gruselfaktor so wichtig wie noch niemals zuvor für das Fortbestehen der Menschheit. Aus exakt jenem Grund habe ich meine wertvolle Lebenszeit der Zusammenstellung einiger Daten und Zahlen gewidmet, die ich im Rahmen der Erarbeitung von „Eine Zeppelinfahrt namens Leben“ in meinem Tintenlaboratorium extrahiert habe. Dabei sind folgende Unikate herausgekommen. Weitere interessante ähnliche Informationen sind auch unter „Meine Richtungsweiser“ zu finden.

Die Gesamtübersicht

Übersicht der geschriebenen Worte an 365 Tagen aufgeteilt nach Buchprojekt (farblich hinterlegt) und Monat

Im Rahmen der Erstellung von ZEP habe ich mir die Mühe gemacht, das Schreibpensum der vergangenen Buchprojekte im 365-Tage-Zeitraum vom 08. Juni 2022 bis zum 07. Juni 2023 in eine Tabelle einzupflegen und im Ansatz auszuwerten. Dabei haben sich nachfolgende Zahlen und zentrale Erkenntnisse ergeben:

Maximalanzahl der Worte an einem Tag

Am Montag, den 13. Februar 2023 wurden von einem Menschen 10.064 Wörter oder 52.017 Zeichen exklusive Leerzeichen im Digitalen manifestiert. Tatsächlich liegt diese Summe eher am oberen Ende des Maximalmöglichen und ich würde es nur bedingt empfehlen nachzuahmen.

Von den 365 Tagen sind 82,19 Prozent „Schaffensplus“ also mit digitalisierten Worten in Verbindung mit den vier aufgeführten Buchprojekten URU, REM, ZEP und STA.

Die Wechselhaftigkeit der Wochentage

Überraschenderweise waren Dienstag und Donnerstag mit leichtem Abstand die „schreibfaulsten“ Tage. Es ist klar zu erkennen, dass am Wochenende inklusive Freitag mit über 100.000 Worten sowie über 570.000 Zeichen exkl. Leerzeichen in Summe am meisten Inhalt generiert wurde.

Übersicht der vermeintlichen „Produktivität“ (zumindest nach Schreibpensum) je nach Wochentag.

Der Überblick im Jahresverlauf

Warum sind tatsächlich die Monate Oktober sowie April mit jeweils über 81.000 Wörtern Ausreißer? Letztlich weiß ich es derzeit nicht und es ist mir gegenwärtig zu müßig, es mit den Urlaubs- und Krankheitstagen, mit der Anzahl der gegangenen Schritte und Reisen (insbesondere Zeiten in Zügen) abzugleichen.

Übersicht der Worte und Zeichen exklusive Leerzeichen nach Monat

45 Minuten schreiben

Am 10. Oktober 2022 habe ich drei Durchläufe in Länge von 45 Minuten am Computer realisiert, um die Quantität (freilich unter Gewährleistung eines gewissen Qualitätsmindeststandards) zu messen. Die Inhalte sind im Kapitel „Clark Gable aka Cembalo Baptista“ in URU zu finden. Dabei sind folgende verblüffende Erkenntnisse herausgekommen:

  • Durchlauf 1: 16:46 Uhr – 45 Minuten schreiben ohne Vorbereitung: 1.643 Wörter
  • Durchlauf 2: 18:31 Uhr – 45 Minuten schreiben ohne Vorbereitung no. 2 allerdings aufgewärmt: 1.880 Wörter
  • Durchlauf 3: 19:28 Uhr – 45 Minuten schreiben mit ein wenig mentaler Vorbereitung: 2.273 Wörter

Tatsächlich liegt die wahre Grenze nicht in dem Mangel an Imagination und Kreativität sondern vielmehr an der Limitierung der eigenen Hände. Man mag schneller denken, doch die Fähigkeit diese auch auf ein (digitales) Papier zu bringen ist letztlich begrenzt.

Die ungefähre Dauer des bislang Geschriebenen?

Ich mache mir die Arbeit um zu berechnen, wie lange ich bislang mit dem Schreiben ungefähr verbracht habe. Ich teile auf in das digitale und das analoge Schreiben. Das „aus den Fingern gezogene“ findet sich unmittelbar oben angrenzend unter „45 Minuten schreiben“. All die Zeichen habe ich geschrieben, nichts davon ist kopiert.

Das digitale Schreiben

Ich habe also sechs Stichproben (30, 60 Minuten) gemacht um grobe Anhaltspunkte zu haben, wie viel ich je Zeiteinheit schreibe. Der Durchschnitt beträgt rund 48 bis 56 Wörter (ein Ausreißer nach unten mit 38 Wörtern) je Minute oder 255 bis 299 Zeichen ohne Leerzeichen je Minute. Stand 29. September 2023 sind es in Summe 1.199.419 Wörter oder 7.191.281 Zeichen ohne Leerzeichen, die ich digital geschrieben habe. Alleinig für das digitale Schreiben habe ich also mindestens 370 Stunden und 19 Minuten oder rund 430 Stunden investiert.

Um ehrlich zu sein finde ich den Wert ausgesprochen niedrig. Ich habe irgendetwas zwischen 1.000 und 3.000 Stunden vermutet. Die Berechnung geht allerdings davon aus, dass alles Digitalisierte zuvor bereits analog vorhanden war, also „einzig“ monoton abgeschrieben werden musste. Das kreative digitale Schreiben aka „aus den Fingern ziehen“ schließt freilich Spaziergänge, Reisen, Kaffeepausen, Recherchevorgänge und xyz inklusive Vorphase mit ein. XYZ INKLUSIVE VORPHASE sind zum Beispiel die Besuche von Museen zur Inspiration, Suchen, Auswählen und Kaufen der Notizbücher, Nummerierung der Notizbuchseiten, Suchen, Auswählen und Kaufen der Tinte als auch Füllfederhalter, Auffüllen und Reinigen der Füllfederhalter und selbstverständlich Träumen und in die Zukunft blicken. Jetzt habe ich bereits angefangen, jetzt muss ich also auch meine Ideensammlung der Vollständigkeit halber beenden. Aufgeführt sind weitere zentrale Arbeitsschritte, ohne die das „Perpetuum Publishings“-Imperium schlichtweg überlebensunfähig wäre: Erstellung und Kleben der 1.000 „Signature Cards“, Erstellung und Kleben der „catch a star – here you start!“-Aufkleber, Bewerben bei Verlagen und Schreibwettbewerben, Lesen von anderen Büchern, Erstellen der Buchcover und Klappentexte, Einrichten der Internetseite, Konzeption und Erstellung der 0815-Blogeinträge, Malen der Bilder, Lektorierung oder Bauen des „Perpetuum Publishings“-Bücherregals no. 1.

Jetzt bin ich also gespannt, was die Berechnung beim analogen Schreiben ergibt…

Die Daten:

  • Digitalisierte Worte in 30 Minuten:
    1.692 Wörter; Zeichen ohne Leerzeichen: 8.982 (erhoben 18. September 2023 – 16:20 Uhr)
    1.642 Wörter; Zeichen ohne Leerzeichen: 8.438 (erhoben 18. September 2023 – 16:53 Uhr)
    1.149 Wörter; Zeichen ohne Leerzeichen: 6.183 (erhoben 30. Oktober 2023 – ohne Uhrzeit)
  • Digitalisierte Worte in 60 Minuten:
    3.068 Wörter; Zeichen ohne Leerzeichen: 15.921 (erhoben 20. September 2023 – 16:24 Uhr)
    3.174 Wörter; Zeichen ohne Leerzeichen: 16.202 (erhoben 29. September 2023 – 15:00 Uhr)
    3.057 Wörter; Zeichen ohne Leerzeichen: 15.496 (erhoben 28. Oktober 2023 – ohne Uhrzeit)
    2.869 Wörter; Zeichen ohne Leerzeichen: 15.305 (erhoben 31. Oktober 2023 – ohne Uhrzeit)

Das analoge Schreiben:

19,382 Kilometer Füllfederhaltertintenaneinanderreihungen, 56 Notizbücher und einen kaputten Füllfederhalter später steht es also fest das Ergebnis. Rund 800 Stunden…

Die Daten:

  • Geschriebene Worte in 30 Minuten:
    679 Wörter, 3.664 Zeichen ohne Leerzeichen, 95 Zeilen mit 12,7 cm Länge, ca. 2,8 Seiten (erhoben 15. Oktober 2023 – 15:29 Uhr, Kommentar: mit Musik auf moderater Lautstärke, Notizbuch no. 57 „star no. 5001“, zu finden unter nachfolgendem Link: „Heal your Heart – El Diario“ Part VI)
    633 Wörter, 3.231 Zeichen ohne Leerzeichen (erhoben 16. Oktober 2023 – 19:27 Uhr, Kommentar: Notizbuch no. 57 „star no. 5001“)
  • Geschriebene Worte in 45 Minuten:
    1.020 Wörter, 5.295 Zeichen ohne Leerzeichen (erhoben 17. Oktober 2023 – 18:29 Uhr, Kommentar: Notizbuch no. 57 „star no. 5001“)
  • Geschriebene Worte in 60 Minuten:
    1.600 Wörter, 8.221 Zeichen ohne Leerzeichen (erhoben 22. Oktober 2023 – ohne Uhrzeit)

#writeforio

Zu lange ist es her um mich an den Tag zurückzuerinnern da ich auf die Idee gekommen bin, die Distanz zwischen unserem gegenwärtigen Heimatplaneten Erde und dem Jupiter Mond Io von 628.300.000 Kilometern Länge im Laufe einer Lebensspanne mit dem Äquivalent von Füllfederhaltertintenaneinanderreihungen zu füllen. Gegenwärtig bin ich bei einem Halbmarathon also guten 21 Kilometern Schreiben in Notizbüchern angelangt. So wird unweigerlich noch einiges Wasser den Rhein hinunterfließen bis das utopische Ziel erreicht ist. Die 21 Kilometer sind also die Tiefe des Genfer Sees, die Höhe des Eiffelturms, die Länge eines extralangen Güterzuges, eine Le Mans-Runde sowie 0,1 Promille der Luftlinie Paris Charles-de-Gaulle – Tahiti in Summe. Automatisch wird meinem Schreiben mit dem Füllfederhalter etwas Magisches verleiht, wenn ich mir bewusst bin, dass ich gerade die Länge des Amazonas, die Distanzen der Fernwanderwege E1 bis E12 oder des Kilimanjaro Friendship Trails in Teilen zurücklege.

Wenn ich mein Schreibpensum fortsetzen würde, könnte ich irgendwann im Jahr 423.867.849 nach Christus das Ziel erreicht haben. Eher unrealistisch. Sicherlich bin ich Amateurexperte in einem Partikularbereich der Kryokonservierungsforschung, gleichwohl es dem Problem keine Lösung darstellen würde.

Dennoch halte ich fest an diesem Traum, dennoch führe ich mir einen jeden Herzschlag vor Augen, dass ich mit Millionen von anderen Seelen schreibe, dass wir alle gemeinsam die Geschicke der Menschheit in die passenden Bahnen auf den Papieren lenken, dass wir gemeinsam dieses #writeforio-Ziel bereits längst erreicht haben!

Die Chiribiquete-Stiftung

Die Notizbücher

Der Trend zeichnet sich klar ab: Die Anzahl der geschriebenen Notizbücher pro Jahr nimmt stetig zu, wenngleich das Wachstum in Anbetracht der limitierten Tagesdauer von 24 Stunden und der Anzahl von Kalendertagen je Jahr begrenzt ist. Mittlerweile sind es gut 57 Hefte in Summe, eine detaillierte Übersicht mit Hintergrundinformationen findet sich hier (Die Notizbücher 1 bis 50) und hier (Die Notizbücher 51 bis 100).

Sollte sich das Schreibpensum mehr oder weniger fortsetzen ist es möglich an meinem 100. Geburtstag vom eingelassenen Wurzelholzschreibtisch in meinem Arbeitszimmer mich im weich-gepolsterten Lehnstuhl zurückzulehnen, meinen Kopf nach links zur Seite zu drehen und dort auf einen reichhaltigen Überblick meines Lebens in Form von Büchern oder Journalen zu blicken. Tatsächlich ist es möglich, dass es 1.175 sein werden.

Ob es viele oder wenige sind kann ich nicht im Detail sagen, da es diesbezüglich keine eindeutigen Informationen gibt.

Die Ginkgo-Blätter

Tatsächlich kann ich gar nicht mehr sagen, wann es mit den Ginkgo-Blättern anfing. Irgendwann klebte ich in „Change the Diamond“ no. 5 das erste magische Blatt ein. Dann wären da noch Notizbuch no. 10 „Ginkgo Leaves“ aus dem christlichen Buchladen in Nürnberg sowie Anna aus „Gabriel auferstanden“ mit ihrer aus der Verzweiflung entstandenen Leidenschaft zum Sammeln von Ginkgo-Blättern zu nennen. Diese führte schließlich Jahre später dazu, dass sie sich zu einer der gefragtesten Persönlichkeiten rund um die seelischen und körperlichen Vorzüge der Dinosaurierpflanze entwickelte.

Mittlerweile sind es 18 gelbe oder grüne Blätter in unterschiedlichen Formen aus Mulhouse, Basel, Zürich, Hamburg oder Los Angeles. Da es je nach Jahreszeit nicht immer möglich ist Blätter vom Boden aufzuklauben erlaube ich mir ab und an, mit Fingerspitzengefühl die filigranen von der Natur erschaffenen Werke unmittelbar von den Ästchen zu pflücken.

Was habe ich dabei gelernt?

Schreiben ist nicht gleich Schreiben. Es gibt gute und es gibt schlechte Tage. Ja, manchmal gleicht es einer Hassliebe. In Summe allerdings werden die Gedanken mit der Zeit immer kostbarer, da sich in der Beharrlichkeit des Prozesses unweigerlich eine gewisse Kontinuität entwickelt und die eigene Handschrift an Klarheit gewinnt.

Mittlerweile streiche ich vielleicht wenn es hochkommt auf 20 oder 30 Seiten ein Wort durch. Immer dann wenn äußere Ablenkungen den natürlichen Fluss behindern oder man eben selbst nicht bei der Sache ist.

Jede erste Seite eines neuen Notizbuches ist anders. Immer wieder stehe ich vor der Frage, was ich denn da auf das Papier bringen soll. Aber irgendwie fließt es dann doch. Wichtig ist, sich selbst keine Grenzen oder Limitierungen zu setzen. Jede Überlegung, jeder Gedanke hat eine Daseinsberechtigung. In den Notizbüchern gibt es keine Fehler. Sie sind ein wertvolles Produkt deines Innenlebens. Manchmal hilft es mir – wenn ich aus irgendeinem Grund eine Blockade haben sollte – mir das Ziel zu setzen eine Seite zu schreiben. Das dauert ein paar Minuten. Im Regelfall befinde ich mich dann bereits im kreativen Schaffensprozess und alles fließt wie es fließen soll.

Eine gute Übersicht findet sich auch unter den externen Links zu einem der weltweit führenden und sinnstiftenden Herstellern von Notizbüchern mit meinen Gastbeiträgen:

Wo schreibe ich am liebsten?

Im Innen

  • In den eigenen vier Wänden am Schreibtisch, auf dem Bett
  • In Zügen / Bussen / Flugzeugen / Schiffen (Differenz zwischen Kurz- und Langstrecke)
  • In Cafés
  • In Bibliotheken
  • In Museen

Im Außen

  • An öffentlichen Plätzen
  • Auf dem Fahrradsattel
  • Beim Laufen

Was bringt die Zukunft?

Mittlerweile bin ich bei Perpeptuum-Tag 780 angelangt. Die Perpetuum-Tage bis 2.690 warten darauf realisiert zu werden. Am Freitag, den 20. August 2021 war Perpetuum-Tag no. 1.

Wann ich das Schreibmaschinenmuseum in Parschins oder die alexandrinische Nationalbibliothek besuchen werde weiß ich ebensowenig, wie wann ich mit Nietzsches „Scrivekugel“ oder der Remington Rand aus dem Nationalmuseum Kolumbiens in Bogotá schreiben werde.

Viele Fragen für meine Neugierde habe ich selbstverständlich bereits:

  • Für wie viele Worte beziehungsweise Füllfederhaltertintenaneinanderreihungen reicht ein Tintenfass à 60 Milliliter? Ich habe mir 4,3 Kilometer notiert – jedoch resultiert das aus den sechs geleerten Tintenfässern und der Gesamtschreibdistanz. Will heißen, dass es mehr ein grober Überschlag denn eine statistisch valide vor Gericht standhaltende perfekte Berechnung mit fehlerloser Formel ist.
  • Wie lange sind die einzelnen Schreibschriftbuchstaben wenn man sie jeweils am Anfang und Ende der Linie auseinanderzieht und an ein Maßband hält?

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert